„Wie koche ich Wachsmedium? — In einem gusseisernen Kessel und einem seidenen Gewand…“
Bis zum 30. Juli ist im Designzentrum ARTPLAY die Ausstellung "Fragmente" von Natalia Zhukova zu sehen, in der mehrere Werke in Enkaustik-Technik präsentiert werden.
Wer hätte gedacht, dass wir uns im 21. Jahrhundert wieder den altägyptischen Maltraditionen zuwenden würden?
Die im Alten Ägypten in Enkaustik-Technik entstandenen Fayum-Porträts sind die frühesten erhaltenen Zeugnisse dieser im Mittelalter verlorengegangenen Technik, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts so populär wurde.
Die Enkaustik zählt zu den dauerhaftesten Maltechniken, zugleich ist ihr Entstehungsprozess besonders zeitaufwendig. Das Besondere an dieser Technik ist, dass Bienenwachs als wichtigstes Bindemittel für die Pigmente dient.
«Wie ich mein Wachsmedium koche? In einem gusseisernen Kessel und einem seidenen Umhang, und ja, die beste Zeit dafür ist bei Vollmond… Nur ein Scherz, obwohl es sich innerlich tatsächlich ganz ähnlich anfühlt. In Wirklichkeit bereite ich das Medium in einer elektrischen Pfanne zu, wobei ich Wachs und Harz sorgfältig abwiege und die Mischung auf keinen Fall zum Kochen bringe. Anschließend gieße ich sie in Silikonförmchen für Cupcakes. So entsteht eine Mischung aus Alchemie und künstlerischer Kochkunst», — die Künstlerin Natalia Zhukova.
Gemalt wird mit Farben in geschmolzenem Zustand; das Einbrennen kommt in jeder Phase des künstlerischen Prozesses zum Einsatz. Daher stammt auch der Name, denn Enkaustik bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt — "einbrennen, schmelzen".
Die Ausstellung «Fragmente» von Natalia Zhukova möchte das Publikum mit einer der ältesten Techniken vertraut machen und die Aktualität der Enkaustik in der zeitgenössischen Malerei zeigen.




